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Vom Kiezfest zur Vernetzung der Nachbarschaft

Am 21. Juni 2019 feierte das Pangea-Haus, das interkulturelle Begegnungszentrum im Bezirk, mit einem groß angelegten Kiezfest sein 10jähriges Jubiläum. Der Nikolsburger Platz direkt neben dem Pangea-Haus wurde dafür aus seinem Dornröschenschlaf geholt und entpuppte sich als idealer Ort, um acht Bands und Redebeiträge, 21 Stände und geschätzt 800 BesucherInnen zu empfangen. Weil die Bands aus fast allen Erdteilen der Welt kamen, war es fast schon ein Kiezfest der Kontinente. Getreu dem Namen des Pangea-Hauses, die Kontinente wieder zu vereinen.

 

Wie seit 2017 fand auch dieser Tag der offenen Tür des Hauses zeitgleich zur Fête de la musique statt, die weltweit zur Sommersonnenwende gehalten wird. Die hohen Temperaturen ließen sich im Schatten der ehrwürdigen Ahornbäume gut ertragen, die Musik- und Wortbühnen waren so platziert, dass das sitzende Publikum nur den Kopf leicht in die eine, dann in die andere Richtung bewegen musste, um dem Geschehen auf den Bühnen zu folgen. Der hauseigenen, so spontanten wie unstrukturierten Umfrage zu Folge, hat den zahlreichen NachbarInnen das Fest gefallen.

 

Klänge aus (fast) allen Kontinenten

 

Zu den musikalischen Highlights gehörten die iranische Rock-Formation Ansan-Ensemble, die mit mystischen Klängen den Platz und sogar das Gänseliesl verzauberten – meinten zumindest einige BesucherInnen, die anonym bleiben wollten. Der Berliner Elektro-Geiger Motzart sorgte im Alleingang, unterstützt durch Informationstechnologie, für eine äußerst tanzbare Stimmung, die leider exakt um 22 Uhr von Amtes wegen endete. Und nicht zuletzt sang die kamerunische Kombo rund um Gérard Nganjui mit sanften, aber kraftvollen Rythmen und Melodien, von der Heimat und dem Neuankommen.


Erinnerungen an Trautenau

 

Bei den Redebeiträgen erinnerte die Stadtführerin Jenny Schon an ihren Geburtsort Trautenau, heute Tschechien. An der Straße selben Namens, an der Nummer 5, steht das Pangea-Haus. Der Integrationsbeauftragte Leon Godeffroy erläuterte seine Sicht einer vielfältigen Gesellschaft und warum er seinen Namen änderte: Seine Frau erhielt einen Anruf eines Vereins für den Fortbestand seltener Namen, jetzt scheint dieser zumindest in Charlottenburg-Wilmersdorf gesichert. Eine seiner VorgängerInnen, Azize Tank, schilderte wie sie und andere dem Pangea-Haus 2009 zur Geburt verhalfen. Sie war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordnete und hatte zuvor u.a. den Türkischen Frauenverein e.V. in Kreuzberg geleitet.

 

Ehrung für die Unterstützer des Hauses

 

Weitere Schlüsselfiguren des Hauses wurden durch eine Urkunde und einen öffentlichen Dank von den Vorsitzenden des Pangea-Haus e.V. Birgit Klick und Manutscher Taheri persönlich geehrt. Darunter Mo Pasdar, der von Anfang an die Aktivitäten des Hauses auf Video dokumentierte, und der Organisationsberater Norbert Poppe, der die Leitbildentwicklung des Hauses 2018 begleitete. Das neue Leitbild, das in Zusammenarbeit mit den Vereinen im Haus, dem Bezirk und der Nachbarschaft erstellt wurde, ist unter diesem Link einsehbar. Finanziert wurde der Prozess aus Mitteln der Partnerschaft für Demokratie.

 

Aufruf an die Nachbarschaft, das Pangea-Café mitzugestalten

 

Weil die Neuausrichtung des Pangea-Hauses vorsieht, die Nachbarschaft stark einzubinden, rufen wir alle LeserInnen auf mitzumachen, vorausgesetzt sie sind gleichzeitig nahe oder ferne NachbarInnen. Gedankliche Nachbarschaften gelten auch. Die anderen LeserInnen bitten wir, diesen Aufruf weiterzuleiten. Besonders bei dem zu entstehenden Café, oder Raum für die Nacharschaft, hoffen wir auf MitgestalterInnen. Bei Interesse bitte eine Mail an kontakt[at]pangea-haus.de schreiben, oder das Kontaktformular auf der Pangea-Haus-Webseite nutzen.

 

Auf Grund des Erfolgs wird das Pangea-Haus seinen 11. Tag der offenen Tür 2020 wieder auf dem Nikolsburger Platz veranstalten. Ihr seid hiermit schon vorsorglich und herzlich eingeladen.