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Ein altes Haus in neuen Kleidern – Neueröffnung durch Bürgermeister Naumann

Durchschneiden des roten Bandes vorm Pangea-Haus.

Auch Häuser haben mehrere Leben: Anfang des 20. Jahrhunderts war es ein jüdisches Krankenhaus, nach dem Krieg eine Volkshochschule, ab 2009 zogen ins Gebäude an der Trautenaustraße 5 in Wilmersdorf Organisationen aus dem Bereich Integration. Nach langen Umbauarbeiten erstrahlt es in neuem Glanz und dezenten Farben, am 19. Mai 2021 weihte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann offiziell das umgestaltete Pangea-Haus ein.

 

Ein bisschen Baustelle war es immer noch: Zwischen Zäunen, aber vor einer brandneuen Fassade und geduldigen Arbeitern, die höflich auf das Ende der Einweihungs-Zeremonie warteten, skizzierte Bürgermeister Naumann den Verlauf der Umbauarbeiten und der Neuvermietung des Pangea-Hauses. Er erinnerte an Azize Tank, vormals Migrationsbeauftragte des Bezirks, die das Gebäude vor Verkaufsplänen rettete und die Nutzung durch Integrationsvereine einleitete. Auch wenn der 2020 durchgeführte Erneuerungsprozess für einige langjährige Mieter einen Abschied bedeutete, so würden die Neuen diese würdig vertreten und das Haus sich der Nachbarschaft öffnen. In der Tat sind ein Café, Begegungs- und Veranstaltungsräume geplant, die auch von Anrainern, oder Organisationen, genutzt werden können.

Naumann kam nicht allein, es begleitete ihn die Vorsteherin des Bezirksparlaments, Annegret Hansen, die auch den Wert des Hauses für Wilmerdorf unterstrich. Integration soll gefördert und erlebbar werden, Alt- und Neu-Berliner sich kennenlernen, dafür braucht es einen Ort der Begegnung. Der Vorsitzende des Pangea-Haus-Vereins, Manutscher Taheri, würdigte all diejenigen, die hinter den Kulissen die eigentliche Arbeit geleistet hatten. Allen voran Architekt Martin Möhring, dem das Haus so manche böse Überraschung fast am Fließband bescherte, denn “schon 1900 pfuschten Baumeister gerne”. Hastig reparierte Kriegsschäden waren die zweite Ursache für verlängerte Bauarbeiten. Weiter nannte Taheri den Vertreter der Hausverwaltung GSE, Heinrich Schücker, und nicht zuletzt die Arbeiter der verschiedenen Gewerke.

Es folgte ein Rundgang durch das Haus, der buchstäblich auf einer frisch gestalteten Dachterrasse gipfelte. Zuvor machte man Halt in einigen Räumen, u. a. der Bibliothek der Iranischen Gemeinde Deutschlands, die größte ihrer Art in Berlin. Sie soll die Bestände persischer Literatur der Freien Universität und der Staatsbibliothek übertreffen, Naumann lauschte interessiert den Erläuterungen über die Sammlung. Das Büro des Zentralrats der Serben war noch ein Work in Progress, aber ein vielversprechendes, dafür war das Café im Erdgeschoss bezugsfertig, ein investitionsfreudiger Betreiber vorausgesetzt.

Auf der Dachterrasse wartete ein hauseigenes TV-Team auf den Bürgermeister: Die Kamera führte Mo Pasdar, Träger des Integrationspreises 2017 und gute Seele  des Hauses, die Fragen stellte Elisa Wüstenhagen, Koordinatorin des Pangea-Hauses. Bei 22 Vereinen, die unter Corona-Bedingungen ein- oder intern umziehen müssen, hat sie jede Menge zu tun. Neben einer tönernen Sphynx, einer Miniatur im Vergleich zu den bekannteren aus Ägypten, hockte Naumann Rede und Antwort zu seinen Wünschen für das Haus und seinen Zukunftsplänen. Im September kandidiert er nicht mehr für das Bürgermeisteramt, sondern will in das Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Dem Haus würde er auf jeden Fall verbunden bleiben.

Von der Dachterrasse bot sich ein hervorragender Blick auf die Bundesallee, direkt auf den Platz, wo bis 2017 eine Würstelbude stand, die Filmgeschichte schrieb. Sie spielt in “Der Himmel über Berlin” von Wim Wenders eine zentrale Rolle. Dort sinnieren, bei Bier und Curry-Wurst, die Hauptfigur, gespielt von Bruno Ganz, und ein Engel, von Peter Falk verkörpert, über wichtige Fragen des Lebens. Der Berliner Himmel war an diesem Tag in einer derzeit seltenen Hochform, sicherlich ein gutes Omen für das erneuerte Pangea-Haus.

Über den Umbau am und im Pangea-Haus

Seit mehr als einem Jahr wird das Pangea-Haus umgebaut – sowohl baulich als auch inhaltlich. Alle Fassaden, das Dach, der Fahrstuhl, der Eingangs- und Cafébereich samt Sanitäranlagen im Erdgeschoss wie auch die Mieterschaft wurden und werden runderneuert. Ein Dutzend neue Organisationen sind ins Haus gekommen. Und nachdem der Flughafen BER tatsächlich eröffnet werden konnte, ist nun auch ein Ende der Bauarbeiten im Pangea-Haus absehbar.

Das Gerüst steht längst nicht mehr, die Fassade ist endlich zu sehen und sie kann sich sehen lassen. Das undefinierbare Alt-Weiß ist Vergangenheit, jetzt ist das Erdgeschoss dunkelgrau, die oberen Stockwerke sind cremefarben, bei den neuen Rolläden wechseln sich Erdtöne ab. Diese Farben finden sich auf einem Kachelmosaik auf Straßenhöhe wieder, das Logo des Pangea-Hauses hat die Töne übernommen. Da wo vor hundert Jahren der Laden „Schirme und Stöcke“ war, ist heute das Büro des Pangea-Haus-Vereins. Dort wo 2011 ein Café war, also rechts neben dem Eingang, kommt bald wieder eins hinein. Aktuell wird ein Betreiber gesucht.

Transparenz und Öffnung zur Nachbarschaft waren der Leitgedanke beim Umbau. Wenn früher Passanten sich fragten, was denn in der ehemaligen Volkshochschule vor sich geht, so können sie heute einfach im Büro des Vereins nachfragen. Anstatt einer diskreten Aufschrift über dem Eingang wie zuvor, wird bald das Wort Pangea in großen Lettern vor dem Haus stehen, rechts vom Eingang. Links davon wird ein großer Info-Schaukasten hängen, in dem alle 22 Vereine im Haus aufgelistet und die Veranstaltungen angekündigt werden. Durch die Neuvermietung wird das Pangea-Haus seinem Logo besser gerecht: Es zeigt die fünf Kontinente, und die vielen neuen Vereine decken auch fast alle fünf ab.

Noch sind die Bauarbeiten nicht komplett abgeschlossen, es kann sich jedoch nur noch um wenige Wochen handeln. Bis dahin sind auch alle neuen Mieter eingezogen, die alten Mieter werden die internen Umzüge abgeschlossen haben, und bald wird das neue Pangea-Haus das Fest der Vielfalt auf dem Nikolsburger Platz, geplant für den 18. September 2021, nutzen, um sich der Nachbarschaft offiziell vorzustellen. Denn diese soll das Haus auch für sich nutzen: Besprechungs- und Veranstaltungsräume stehen für sie und gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung. Wer also Veranstaltungen abhalten will, oder Räume für Treffen sucht und noch dazu in der Nachbarschaft wohnt, die oder der suche nicht länger. Das Pangea-Haus ist ihr und sein Haus.

 

 

Pressemitteilung des Bezirksamts vom 17. Mai 2021

Artikel im Berliner Abendblatt vom 19. Mai 2021

Artikel des Bundeselternnetzwerks vom 19. Mai 2021

Artikel in der Berliner Woche vom 25. Mai 2021

Wort des Bürgermeisters in der Gazette Berlin

Fotos vom Bürgermeister Naumann auf Facebook

Fotos von IRTV auf Facebook

Liste der Organisationen im Pangea-Haus