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Das Straßenfest eines der buntesten Bezirke Berlins

Foto: BesucherInnen des Fests der Vielfalt 2021.

Am vergangenen 11. September war es wieder so weit: Das jährliche Fest der Vielfalt stand vor der Tür. Dieses Jahr luden das interkulturelle Zentrum Pangea-Haus und das Integrationsbüro Charlottenburg-Wilmersdorf zum gemeinsamen Feiern am Nikolsburger Platz ein.

 

Unter dem Motto „Nachbar*innen treffen, die Welt im Bezirk entdecken“ feierten rund 1.200 Menschen zusammen auf und rund um den Nikolsburger Platz – ganz in der Nähe des Pangea-Hauses. 45 Marktstände von Vereinen aus dem Bereich Integration und ausgewählter Abteilungen des Bezirksamts luden zum Bummeln und Staunen ein. Hierbei reichte das Angebot von Köstlichkeiten aus aller Welt über Kunstaustellungen bis zu zahlreichen Mitmach-Aktionen.

Highlight des Festes war das bunte und vielfältige Bühnenprogramm, durch das Adrian Garcia-Landa – Vorstand des Pangea-Hauses – führte. Auf der Musikbühne konnten die Besucher*innen verschiedene Bands und Tanzperformances bestaunen. Dabei war das Programm so bunt wie der Kiez selbst.

 

Foto: Musikbühne und BesucherInnen des Fest der Vielfalt 2021.


Nach einem gelungenen Auftakt – die Kinder aus der M.I.Q.-Kinderbetreuung glänzten unter der Leitung von Siamak Moggadem mit neuinterpretierten Klassikern – begeisterten Vitor Trindade und Mestre Pim-Pim (Kulturzentrum IÊALEMBRASIL e. V.) mit brasilianischer Musik. Trindade an der Gitarre, Mestre an den Perkussionen.

Es folgten Performances der AG „Musik der Religionen“ – einer interreligiösen Musikgruppe von Sufis/Moslems, Hindus, Juden, Christen verschiedener Konfessionen – sowie einer mitreißenden bolivianischen Tanzgruppe. Jasmine, eine Singer-Songwriterin aus Montréal in Kanada, zeigte anschließend das Ausmaß ihres Könnens und zog die Besucher*innen mit ihrer sensationellen Stimme in den Bann.

Die Großmeister der afghanischen Musik, Ustad Ghulam Hussein und Ustad Feridoon, mischten Klänge des Rubabs, dem Vorgänger der Laute, mit denen traditioneller Trommeln. Nicht selten wurden aus anfänglich wehmütigen Melodien furiose Rythmusgipfel, auf denen die Instrumente fast miteinander sprachen, das Aufgegriffene steigerten und unzertrennlich vermengten. Der Bedeutung des Wort Rubabs, das Instrument der Seele, machten sie alle Ehre: Sie berührten Herz und Geist zugleich. Es wird gemunkelt, dass sogar ein paar Tränchen verdrückt wurden.

The Clinic, mit Musikern aus Chile, Spanien und der Türkei, erinnerten an den Jahrestag des Putsches gegen Augusto Pinochet – dieser fand auch an einem 11. September statt. Sie begeisterten mit schneller, sehr tanzbarer World-Music; der Sinn für Rhythmus fand sich bis in ihren Namen wieder: Christiàn, Christian, Volkan und Gonzàn. Das Ansan Ensemble um den musikalischen Mastermind Siamak Moggadem bot iranischen Rock, der orientalisch anmutende Melodien mit europäischen Rhythmen mischte. Das Ergebnis war ein sphärisches Klangerlebnis, das den Abend perfekt abrundete.

 

Foto: Graffitibild von Augustina, das sie während des Fests der Vielfalt gemalt hat.

Um an die tragischen Attentate vom 11. September 2001 zu erinnern, baten wir die New Yorker Graffiti-Künstlerin Augustina mit einem während des Festes gemalten Bildes der vielen Opfer zu gedenken. Das drei mal fünf Meter große Bild ist beim Pangea-Haus e.V. erwerblich.

 

Auch auf der kleineren Wortbühne, die sich nur ein einfaches Kopfdrehen weit weg befand, konnten die Besucher*innen verschiedene Redebeiträge, Interviews, Lesungen, wie die von "Emil und die Detektive" durch den Schauspieler Hans-Jürgen Schatz, und vieles mehr erleben. Ein besonderes Highlight: die Übergabe des Integrationspreises 2020, die aufgrund der Coronasituation im letzten Jahr verschoben werden musste. Geehrt wurde die Arbeit zweier Mieter*innen aus dem Pangea-Haus: Behnaz Afshar von M.I.Q., die Integrations- und Sprachkurse, Weiterbildung und Kinderbetreuung anbieten, sowie Jalal Abu al Enen, Leiter des Al-Hadara-Instituts, der Nachhilfeunterricht auf Arabisch anbietet und somit zahlreiche Jugendliche unterstützt.

Wir können uns dem ehemaligen Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann nur anschließen: Der Tag hat unsere Erwartungen dreimal übertroffen. Vielen Dank noch einmal an alle Organisator*innen und Beteiligten, die dieses Fest einmalig gemacht haben. Auch wenn es verdammt viel Arbeit war: Wir freuen uns bereits jetzt auf das Fest der Vielfalt 2022!

 

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Bildergalerie: Eindrücke des Festes von Leif, Nachbar des Pangea-Hauses und Hobby-Fotograf. Er war so freundlich, uns seine Fotos zur Verfügung zu stellen.

 

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Das Fest der Vielfalt wurde durchgeführt in einer Kooperation von:

Integrationsbüro Charlottenburg-Wilmersdorf (Logo).

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Pangea-Haus (Logo).